SHINRIN YOKU - Achtsamkeit im Wald

Der Natur ganz nah sein: Waldbaden, eine bewährte Methode aus Japan
Waldspaziergänge tun gut – vor allem dann, wenn man die Natur mit allen Sinnen wahrnimmt. Dabei unterstützt eine bewährte Methode aus Japan: das „Waldbaden“.
Jahrtausendelang streifte der Mensch durch die Wälder, ernährte sich von dem, was er fand, und war der Natur ganz nah. Und auch heute noch fühlen sich die Menschen vom Wald angezogen: 40 Millionen Deutsche besuchen ihn alle zwei Wochen oder öfter, um spazieren zu gehen, Rad zu fahren oder anderen Hobbys nachzugehen. Manch einer versucht sich vielleicht auch im sogenannten „Waldbaden“, das aus Japan kommt.
Was ist Waldbaden?
Beim Waldbaden geht es darum, auf intensive Art und Weise mit dem Wald auf Tuchfühlung zu gehen
Waldbaden wirkt
„Shinrin Yoku“ bedeutet auf Deutsch so viel wie „ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“. In Japan ist Waldbaden bereits ein fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge, denn viele Studien konnten dessen Wirksamkeit belegen. Wer sich im Wald aufhält, so zeigten Untersuchungen, senkt seinen Blutdruck und reduziert Stresshormone. Vielleicht liegt das an der Ruhe, die der Wald ausstrahlt, oder am besonderen Klima, das der Wald erzeugt.
Das so genannte Waldinnenklima ist durch einige Besonderheiten gekennzeichnet: Die Kronen der Bäume halten die Sonnenstrahlen ab und die Bäume verdunsten Wasser, was zu kühleren Temperaturen und einer höheren Luftfeuchtigkeit führt. Ein grosser Baum kann an einem warmen Tag 200 Liter Wasser verdunsten! Und nebenbei jede Menge Sauerstoff und ätherische Öle produzieren.
Phytonzide wirken auf den Menschen ausgleichend und werden auch in der Naturheilkunde eingesetzt. Das Grün der Bäume soll laut Farbpsychologie außerdem die Nerven beruhigen und das Immunsystem stimulieren. Aber Bäume haben noch eine ganz andere Wirkung auf den Menschen …
Bäume inspirieren
Erleben Sie es selbst. In meinen Einführungskursen haben Sie Möglichkeit das Waldbaden kennen und anwenden zu lernen.

Studien belegen
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15 Minuten Spazierengehen im Wald reduziert das Stress-Empfinden, senkt den Blutdruck, die Herzfrequenz und vermindert Stresshormone im Blut. Ein Spaziergang in der Innenstadt hat diese Effekte nicht, wohl aber der Gang durch einen Park.
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Die Therapie von schweren Depressionen wirkt besser, wenn sie zum Teil im Wald stattfindet.
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Patienten werden nach einer Operation schneller gesund und brauchen weniger Schmerzmittel, wenn sie durchs Fenster Bäume sehen statt einer Hauswand.
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Waldbaden - also das bewusste Erleben und Geniessen des Waldes - stärkt das Immunsystem und führt zu mehr körpereigenen Killerzellen. Forscher um den japanischen Professor Qing Li vermuten, dass Botenstoffe der Bäume, sogenannte Terpene, dafür verantwortlich sind.
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Deutsche Wissenschaftler stellten fest, dass bei Menschen, die nahe am Wald wohnen, eine Hirnregion physiologisch besonders gesund ist, die bei der Stressverarbeitung eine grosse Rolle spielt: der Mandelkern, auch Amygdala genannt. Dieses Phänomen bleibt bestehen, auch wenn man Bildung und Einkommen statistisch herausrechnet.
Quelle: www.tk.de
LITERATUR
KPT- Reportage Waldbaden - Podcast
https://www.kpt.ch/de/-/media/kpt/portal/magazin/podcast/Reportage_WALDBADEN.wav
TIME MAGAZIN: ‘Forest Bathing’ Is Great for Your Health.
Wald & Gesundheit - sehr verständlich und lehrreich
https://www.avogel.ch/de/ihre-gesundheit/gesundheitsthemen/wald-warum-der-wald-fuer-uns-so-gesund-ist.php
Die Waldmedizin in Psychologie heute
Wald und psychologische Gesundheit: Artikel in Englisch www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2793345
Waldbaden und Blutdruck: Englisch
C. Song, H. Ikei and Y. Miyazaki (2017) Sustained effects of a forest therapy program on the blood pressure of office workers. Urban Forestry & Urban Greening, 27, 246-252. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1618866717302017